Bayerischer Jagdverband · Kreisgruppe Neu-Ulm e. V.
Seit 1964 im RothtalWer wir sind
Das „Rothtal“ als Nord-Süd-Achse des Landkreises Neu-Ulm und das Parforcehorn als unser Instrument – beides steckt in unserem Namen. Was 1964 als kleine Bläsergruppe am Schloss Osterberg begann, ist heute ein eingetragener Verein, der die jagdliche Musikkultur im Süden des Landkreises pflegt.
Zu den Anlässen unserer Auftritte zählen damals wie heute jagdliche Veranstaltungen, Meute- und Treibjagden, aber auch Geburtstage, Beerdigungen, Konzerte und Hubertusmessen. Wir werden gerne zur Umrahmung der Ereignisse eingeladen.
Unser Probenabend ist jeweils dienstags und findet ab 19:00 Uhr in der Gemeinde Buch statt. Wer das Jagdhornblasen kennenlernen möchte, ist herzlich eingeladen, einfach vorbeizuschauen – Vorkenntnisse sind nicht nötig.
Hubertusmessen, jagdliche Veranstaltungen, Treib- und Meutejagden, Geburtstage, Jubiläen, Konzerte und Beerdigungen – sprechen Sie uns an, wir stimmen Programm und Umfang gerne mit Ihnen ab.
Chronik
Eduard Klement hat die Geschichte des Corps bis 1999 aufgezeichnet. Anschließend führte Birgit Gutheber diese fort. Aus beider Chronik stammen die Wegmarken dieser Seite.
Die Rothtaler Parforcehornbläser blicken auf eine lange traditionsreiche Geschichte bereits vor ihrer Überführung in die Rechtsform eines eingetragenen Vereines zurück, die auch mit einer neuen Namensgebung verbunden war. Das „Rothtal“ als Nord-Süd-Achse des Landkreises Neu-Ulm, in dessen Süden der hauptsächliche Wirkungsbereich der Bläsergruppe liegt und schon immer lag, sowie das „Parforcehorn“ als Instrument sollten dabei in der Namensgebung zum Ausdruck kommen.
Baron Dieter von Malsen-Ponickau, der damalige Vorsitzende der Kreisgruppe Illertissen im Bayerischen Jagdverband, gilt als der „geistige Vater“ des 1964 gegründeten Bläsercorps, das sich zunächst „Bläsergruppe Osterberg“ nannte. Um den Kellmünzer Eduard Klement („Edi“), den man als die Seele des damaligen Bläsercorps bezeichnen kann, formierte sich die Urzelle des Corps. Die weiteren Bläser waren Wolfgang Berchtold (Vöhringen), Erwin Schwippl (Kirchdorf), Anton Schwippl (Pleß), Andreas Förster und Heidi Vogt (Schloss Osterberg). Josef Bodenmüller aus Osterberg wurde zum Lehrmeister und musikalischen Leiter bestellt.
Am 29.02.1964 fand im Forsthaus am Schloss Osterberg bereits die erste Probe statt. Heidi Vogt gab im Auftrag des Barons die Fürst-Pless-Hörner aus – die Rechnungen von 42,- DM je Horn beglichen die Bläser allerdings selbst. Dass sich „das Beschaffen“ auch auf die Übernahme der finanziellen Verpflichtung erstrecken würde, sah der Baron mit seiner Ankündigung nicht verknüpft.
Um ein besseres Erscheinungsbild und einheitliches Auftreten zu erreichen, wurde am 24.11.1965 wieder aus eigenen Mitteln (85,- DM je Bläser) eine Bläser-Uniform mit Hemd, Krawatte, Kniebundhose, Strümpfen und Hut gekauft und am 27.11.1965 bei der Trophäenschau in Osterberg zum ersten Mal getragen. Daraufhin stiftete der Baron 200,- DM. Am 18.05.1966 folgten die Jacken zur neuen Uniform (86,50 DM je Bläser).
Die Entstehungsgeschichte, Entwicklung und Aktivitäten des Corps hat Eduard Klement akribisch in einer Chronik aufgezeichnet, die er bis 18.12.1999, kurz vor seinem Tod am 16.04.2000, geführt hat.
Die Bläser nahmen das Blasen sehr ernst und erreichten durch die Anleitung von Josef Bodenmüller, der aktiver Musiker und auch Dirigent der Musikkapelle Osterberg war, alsbald ein hohes musikalisches Niveau. So nahm die Gruppe bereits am 21./22.05.1966 mit sechs Bläsern am Wertungsblasen des Bayerischen Jagdverbandes in Klinglbach teil. Selbst auf der Anfahrt und im Quartier wurden die Signale nochmals intensiv geprobt. Mit 143 Punkten wurden ein guter Platz im Mittelfeld und die „Silberne Hutnadel“ erreicht – die Freude war groß und das Erlebnis unvergesslich. Der Bauunternehmer Kurt Motz wurde fortan zum geschätzten Mäzen der Bläsergruppe.
Am 31.05.1970 trat die Gruppe mit zehn Bläsern erneut in Klinglbach an und erreichte die „Goldene Hutnadel“. Am 30.05.1976 traten beide Gruppen der Kreisgruppe gemeinsam mit 20 Mann beim Bläserwettbewerb in München an und erreichten bei 94 teilnehmenden Gruppen den 14. Platz und mit 1.679 Punkten das „Goldene Hutabzeichen“.
Im Zuge der am 01.07.1972 in Kraft getretenen Gebietsreform in Bayern wurde der damalige Landkreis Illertissen am 18.04.1973 aufgelöst; der nordwestliche Teil, unter anderem mit der Gemeinde Osterberg, kam zum ab 01.05.1973 neu benannten Landkreis Neu-Ulm. In gleicher regionaler Ausdehnung wurde die Kreisgruppe Illertissen der Kreisgruppe Neu-Ulm des Bayerischen Jagdverbandes zugeordnet.
Da die Kreisgruppe Neu-Ulm bereits über eine im Jahr 1954 gegründete, ebenso traditionsreiche Jagdhorngruppe verfügte, führten die beiden Gruppen fortan die Bezeichnung Jagdhornbläsergruppe Neu-Ulm, jedoch mit dem Zusatz „Nord“ für die Neu-Ulmer bzw. „Süd“ für die ehemaligen Bläser der Illertisser Kreisgruppe. Seitdem teilen die beiden Gruppen ihre Auftritte regional analog auf und wechseln sich bei den zentralen Auftritten ab.
Die Feier zum 20-jährigen Jubiläum fand am 17.03.1984 im Gewölbekeller des Schlosses in Osterberg statt; zum Jubiläum wurde eine Jubiläums-Hutnadel geprägt. 1994 wurde beschlossen, keine Feier zum 30-jährigen Bestehen durchzuführen, da der Bläserkamerad Theo Kiechle, der im Gründungsjahr zur Gruppe stieß, schwer erkrankte und am 31.05.1994 an den Folgen seiner Krankheit verstarb. In diesem Jubiläumsjahr wurde eine neue Tracht angeschafft; die Feier wurde am 02.09.1995 nachgeholt.
Am 13.09.1995 fand im Schloss Osterberg, das in der Geschichte der Gruppe eine bedeutende Rolle spielte, eine Festlichkeit anlässlich der Besichtigung des zur Versteigerung stehenden Inventars statt. Die Bläsergruppe begleitete die Veranstaltung musikalisch – es war der letzte Auftritt im Schloss.
Das 40-jährige Gründungsjubiläum wurde am 06.11.2004 in Roggenburg mit einer feierlichen Hubertusmesse und anschließender Jubiläumsfeier begangen. Anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Kreisgruppe Neu-Ulm fand am 31.10.2009 im Edwin-Scharff-Haus in Neu-Ulm ein Jagdkonzert mit sechs Jagdhornbläsergruppen und einem Männergesangverein statt; der Erlös ging an die „Kartei der Not“. 2009 übergab Josef Bodenmüller die musikalische Leitung an Manuela Konrad, Helmut Heil übernahm das Amt des Bläserobmanns von Wolfgang Höß.
Neben den genannten Ereignissen waren die gemeinsamen Ausfahrten nach Frankreich, an den Königssee, nach Berlin, Dresden, Regensburg und Freiburg unvergessliche Erlebnisse, die den Zusammenhalt der Bläser prägten. Bei diesen Ausflügen wurde natürlich auch stets geblasen und es durften unvergessliche Hubertusmessen gestaltet werden, wie zum Beispiel in der Basilika St. Emmeram am Schloss der Fürstin Gloria von Thurn und Taxis in Regensburg.
Bei der Trophäenschau am 15.02.1964 sagte Baron Dieter von Malsen-Ponickau, Vorsitzender der Kreisgruppe Illertissen: „Es wäre schön, wenn sich jüngere Jäger für das Jagdhornblasen interessieren würden.“ Um den Kellmünzer Eduard Klement formierte sich spontan die Urzelle des Bläsercorps. Am 29.02.1964 fand im Forsthaus am Schloss Osterberg die erste Probe statt.
Am 08.08.1964 wurde das erste Ständchen für die Baronin von Malsen-Ponickau geblasen, am 07.11.1964 das erste Rehessen begleitet.
Am 30.10.1965 wurde in Illertissen zur Fuchsjagd geblasen – 60,- DM, die erste Einnahme. Kurz darauf folgte die erste einheitliche Bläser-Uniform, wieder aus eigenen Mitteln bezahlt.
Beim Wertungsblasen des Bayerischen Jagdverbandes erreichten sechs Bläser 143 Punkte – einen guten Platz im Mittelfeld und die „Silberne Hutnadel“. Der Bauunternehmer Kurt Motz wurde fortan zum geschätzten Mäzen der Bläsergruppe.
Mit zehn Bläsern trat die Gruppe erneut in Klinglbach an und erreichte diesmal die „Goldene Hutnadel“.
Nach der bayerischen Gebietsreform kam Osterberg zum Landkreis Neu-Ulm. Seither führen beide Gruppen der Kreisgruppe den Namen Jagdhornbläsergruppe Neu-Ulm – mit den Zusätzen „Nord“ und „Süd“.
Beide Gruppen traten gemeinsam mit 20 Mann an und erreichten unter 94 teilnehmenden Gruppen den 14. Platz und mit 1.679 Punkten das „Goldene Hutabzeichen“.
Schloss Osterberg war jahrzehntelang der Mittelpunkt unserer Auftritte. Zu den Meute- und Treibjagden wurde ebenso geblasen wie im Juli desselben Jahres zum 75. Geburtstag der Freifrau von Malsen-Ponickau.
Bei der ersten Probe am 18.07.1978 bliesen alle Bläser mit Es-Hörnern. Schon am 11.11.1978 erklang die erste Hubertusmesse in Bellenberg mit den neuen Instrumenten.
Gefeiert wurde im Gewölbekeller des Schlosses in Osterberg. Zum Jubiläum wurde eine eigene Jubiläums-Hutnadel geprägt.
Die Gruppe gestaltete den Festabend, den Empfang des Landwirtschaftsministers Nüssel und die öffentliche Hundevorführung am Rathausplatz.
Gefeiert am 06.11.2004 in Roggenburg mit einer feierlichen Hubertusmesse und anschließender Jubiläumsfeier im Rahmen der Hubertusfeier der Kreisgruppe. Einige verdiente Bläser erhielten Ehrungen.
Gemeinsamer Ausflug beider Bläsergruppen nach Berlin mit Besichtigung des Bundestages und weiterer Sehenswürdigkeiten.
Die heutige Tracht wurde 2014 erneuert und zum Jubiläum erstmals getragen. Gefeiert wurde mit einer Hubertusmesse in St. Martin in Illertissen.
Ausflug der Bläsergruppe nach Dresden mit Besichtigung der Frauenkirche und weiterer Sehenswürdigkeiten sowie einem Ständchen auf Schloss Moritzburg.
Das Instrument
Wir blasen seit 1978 ausschließlich das Parforcehorn in Es.
Das Parforcehorn hat seinen Ursprung in den Jagden zu Pferd, bei denen die Windungen so groß gewählt wurden, dass sich der Reiter das Horn – ohne die Kopfbedeckung abnehmen zu müssen – diagonal über die Schulter hängen und somit mit beiden Händen am Zügel sicher reiten konnte.
Parforcehörner in der B-Stimmung können kombiniert mit den späteren und kleinen Fürst-Pless-Hörnern geblasen werden. Parforcehörner in Es bzw. Es/B mit Umschaltventil, die wir blasen, werden üblicherweise allein in vierstimmigen Sätzen geblasen.
Galerie
Auftritte, Hubertusmessen, Ausfahrten und Jubiläen.
des Bayerischen Jagdverbandes – Kreisgruppe Neu-Ulm e. V.
Christian Liebsch
1. Vorsitzender
Am Kellerberg 30
89284 Pfaffenhofen
Rothtaler-Parforcehornblaeser@jagd-neu-ulm.de